Webbrowser für Personen mit Farbsehschwäche anpassen

Dieser Artikel ist nicht nur für Betroffene interessant.

Viele Webdesigner ignorieren das Problem, das knapp 5% aller Menschen (die meisten davon Männer) haben. “Farbenblindheit” ist dabei der falsche Ausdruck, denn die meisten dieser Gruppe können Farben durchaus wahrnehmen. Die meisten Probleme haben diese Personen bei der Unterscheidung zwischen Rot und Grün. Gemischte Farben wie Orange können sie ebenso mit Gründ verwechseln wie Rosa und Lila mit Blau.

Probleme können Grundsätzlich immer bei

  • kontrastarmen Hintergrund/Vordergrund-Kombinationen entstehen.
  • Ebenso sollten Webdesigner darauf achten, dass wichtige farblich kodierten Informationen zusätzlich noch durch eine andere Form unterschieden werden können. Beispiel: Wenn in einem schwarzen Text die Links schon unbedingt rot oder gar dunkelrot sein sollen, dann sollte man sie durch Fettschreibung oder Unterstreichen hervorheben
  • Die meisten dieser Empfehlungen erhöhen die Lesbarkeit auch für normalsichtige Personen und sind so grundsätzlich sowieso ein guter Rat für jeden Webdesigner.

    Was macht man aber als Betroffener, wenn ein Webdesigner kein Einsehen hat. Eine Notlösung kann es sein - besonders wenn man oft mit einer Webseite zu tun hat, die gegen diese Regeln verstößt - den Browser mithilfe von Stylesheets anzupassen.

    Wir legen dazu (bei Firefox) mit dem Texteditor eine Datei mit dem Namen userContent.css im Verzeichnis C:/Dokumente und Einstellungen/Benutzername/» Anwendungsdaten/Mozilla/Firefox/Profiles/xxx.default/chrom an und schreiben folgenden CSS-Code hinein um alle Links blau und unterstrichen darzustellen:

    @-moz-document domain(blog.alin.eu), domain(www.meinewunschseite.de) {

    a {color: blue ! important; text-decoration: underline ! important; }
    }

    Nun speichern wir das Dokument und schließen alle Browserfenster, erst dann werden die Änderungen aktiv.

    Wie man andere Browser als den Firefox - also zum Beispiel den Internet Explorer anpassen kann, erfährt man hier.

    Das Beispiel wendet die Änderung nur auf bestimmte Webseiten, hier blog.alin.eu und www.meinewunschseite.de an. Durch Weglassen der ersten Zeile und der letzten abschließenden Klammer des Codebeispiel wirkt die Einstellung global.

    Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. In wie weit sich der Aufwand lohnt sei im Einzelfall dahingestellt, jedoch kann man damit zum Beispiel auch die lästigen mailto: Links so markieren, dass man sie bereits im Vorfeld erkennt und nicht jedesmal bei Unachtsamkeit das Mailprogramm aufspringt:

    a[href^="mailto:"]:before { content: “\2709 “; }

    Mit diesem Codeschnipsel erscheint ein Briefsymbol vor allen Mailto links. Zum Testen hier ein Mailto Link!

    Eine Liste mit weitere Möglichkeiten gibts bei squarefree.com


    Artikel geschrieben am: 3. June 2008 21:31 in Schweinfurt
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